Dienstag, 28. Juli 2015

Perry Rhodan 211: Geheimwaffe Horror

Titelbild und Untertitel des Romans zeigen es bereits überdeutlich, so dass es später, wenngleich sorgfältig vorbereitet, nur für die Protagonisten zur schockierenden Überraschung wird, nicht aber für die Leser: Es geht, mit Swift gesprochen, in das Land Liliput. ("Ihre Umwelt und sie selbst werden ums Tausendfache verkleinert - es ist das Werk des Potenzialverdichters") Das Titelbild geht, wie von Bruck gewohnt, etwas großzügig mit den Dimensionen um.
Die CREST II befindet sich im Leerraum zwischen den Galaxien im Horror-System, wo man dem Inneren der künstlichen Hohlwelt Horror glücklich entkommen ist und nun auf Nachschub in Form des Experimentalschiffes ANDROTEST II wartet.
Hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise kommt es zu einem durchaus ernsthaften Zerwürfnis zwischen Perry Rhodan und Atlan, da der Terraner in gewohnter Weise die Erkundung der Oberfläche Horrors anstrebt, während Atlan zur Vorsicht mahnt. ("Unsere Blicke trafen sich. Zwischen mir und dem hageren Terraner war es zum ersten Mal seit unserer Bekanntschaft [sic!] zu einer ernsthaften Verstimmung gekommen.")
Während die CREST II Kurs auf Horror nimmt, begeben sich Atlan, der Haluter Icho Tolot und Sergeant Miko Shenon an Bord einer Space-Jet.
Es kommt, wie es kommen muss: das Flottenflagschiff geht in die Verkleinerungsfalle. Das Mysterium der "veränderten" Oberfläche Horrors, die Erkundungen der Terraner und die Konfrontation mit den drei normalgroß gebliebenen zur Rettung eilenden Nachzüglern werden ansprechend geschildert, Höhepunkt ist der Transport der CREST II auf den Schultern Icho Tolots. Negativ ins Gewicht fallen, wie immer bei Scheer, die Terraner-Lobhudeleien Atlans am Anfang des Romans. Diese sind um so ärgerlicher, da Atlan eine andere Position vertritt und seine angemahnte Vorsicht sich später als der potentiell korrekte Weg herausstellt.

Donnerstag, 25. Juni 2015

Jerry Cotton in Weiß - Gedanken über Arztromane (Trivialliteratur)

 Eine wenig erforschte Domäne der Trivialliteratur sind die Arztromane, welche offenkundig nach wie vor gelesen werden, da es sie noch gibt.

(Bild eingefügt 20. Juni 2026)
Die Frage einer Genreeinteilung im Bereich der Trivialliteratur stellt sich hier nicht. Für eine Kommentierung von Romanen wie "Der Arzt von Stalingrad" von Bestsellerautor Heinz G. Konsalik ist unerheblich, ob es sich um einen Arzt-, Kriegs- oder Historienroman handelt. Es sei denn, der Autor hätte eine bestimmte Einordnung ausdrücklich gewünscht und diese stünde mit Inhalt und Intention in Zusammenhang. Aus dem Titel allein kann man dergleichen aber nicht ableiten. 
Das Thema ist der Trivialroman. Dort gibt es eine klar abgrenzbare Sparte "Arztroman". Oder vielleicht auch nicht, wie das Beispiel des Bergdoktors zeigen wird.
Über Trivialromanserien wie Jerry Cotton, Perry Rhodan, John Sinclair oder Maddrax ist im Laufe der Zeit oft geschrieben worden. Diese Titel gehören zu dem Bereich, der im Impressum der Bastei-Romane regelmäßig mit dem Begriff „Spannungsromane“ umschrieben wird.

Die Liste der Spannungsromane aus dem Impressum von John Sinclair 440 „Mein letzter Fall“ aus dem Jahr 1986 nennt: 
Jerry Cotton, Jerry Cotton 2. Auflage, Jerry Cotton Bestseller, Jerry Cotton 4. Auflage, Der Hexer, Professor Zamorra, John Sinclair, John Sinclair 2. Auflage, John Sinclair 3. Auflage, Tony Ballard, Wildwest-Roman, Western-Hit, Texas-Western, Mexiko-Western, Western-Bestseller, G. F. Unger – Western, Lassiter, Lassiter 2. Auflage, Lassiter 3. Auflage, Robert Ullmann – Western.
(20 Titel)

Im Jahre 2014 wurden folgende Titel genannt (Jerry Cotton 2. Auflage Band 2595 „Das falsche Opfer“): 
Jerry Cotton 1. Auflage, Jerry Cotton 2. Auflage, Jerry Cotton Classic, Professor Zamorra, Maddrax, John Sinclair, G. F. Unger, G. F. Unger Sonderedition, Jack Slade, Lassiter, Lassiter 3. Auflage, Captain Concho, Western Bestseller, Winchester. 
 (14 Titel)

Der Männer- (Spannungs-) und der Frauenbereich sind traditionell streng getrennt.  Zum Spannungsbereich gehören offensichtlich Krimi, Science Fiction, Horror und Western.

Die Bastei-Homepage nimmt eine Unterteilung in Themenwelten vor. Diese Themenwelten sind im Spannungsbereich die Abteilungen "Krimi & Action", "Western und Helden", "Grusel & Horror" sowie "SF und Fantasy". 
Im Frauenbereich findet man die Themenwelten "Adel & Liebe", "Ärzte & Schicksale" sowie "Heimat & Berge".
Unter "Ärzte & Schicksale" findet man die Titel "Dr. Stefan Frank", "Dr. Stefan Frank - seine dramatischten Fälle", "Notärztin Andrea Bergen", "Chefarzt Dr. Holl", "Der Notarzt" und "Dr. Karsten Fabian". Zu diesen sechs Titeln kommt aus der Themenwelt "Heimat und Berge" noch der Titel "Der Bergdoktor" hinzu. 
Die beiden Reihen "Dr. Stefan Frank" und "Der Bergdoktor" erscheinen am interessantesten. Beide Titel sind auch schon im Fernsehen aufgetaucht, "Der Bergdoktor" in mehreren Inkarnationen bei mehreren Sendern und "Dr. Stefan Frank" mit dem Untertitel "Der Arzt, dem die Frauen vertrauen" als RTL-Serie mit Sigmar Solbach in der Titelrolle.
Eine wissenschaftliche Beschäftigung mit Arztromanen müsste auf sehr viele aufeinanderfolgende, d.h. nicht willkürlich ausgewählte Romane zurückgreifen. Ferner müsste der bisherige Forschungsstand berücksichtigt werden, auf bisherige Veröffentlichungen und Ergebnisse zurückgegriffen werden, so es denn dergleichen gibt. Eine detaillierte Analyse der einzelnen Bände wäre selbstverständlich.

Hier geht es nur um einen kleinen Einblick in den Bereich Arztroman und es werden voraussichtlich drei Hefte ausführlich kommentiert.


Denkbare Kriterien sind:
  1. Macht der Vorspann (Rota-Seite) neugierig auf den Roman?
  2. Wird die Arbeit der Mediziner und deren Wirkung einigermaßen realistisch dargestellt?
  3. Wird die Arbeit des Pflegepersonals in die Handlung einbezogen?
  4. Was ist das Thema des Romans?
  5. Welche Personen sind die Hauptfiguren?
  6. Welche Erzählperspektive(n) wird/werden verwendet?
  7. Werden Stilmittel verwendet?
  8. Schlüssigkeit der Handlung?
  9. Schlüssigkeit des Endes?
  10. Bezugnahme auf vorhergehende Romane?
  11. Einbeziehung realer medizinischer Fakten (neuester Stand?)
  12. Gesamteindruck

Vorbemerkung:


Als ich im Wintersemester 1999/2000 an einem interdisziplinären Seminar über das Wissenschaftsverständnis der Medizin teilnahm, kam in einer der Sitzungen die Rede auf das Thema „Der Ärztliche Blick“. Unter diesem versteht man die Fähigkeit eines Mediziners, mit einem Blick festzustellen, was einem Patienten fehlt. Ich verglich das unter großer Zustimmung mit der Fähigkeit, beispielsweise im Tennissport bei einem geschlagenen Ball wissen zu können, ob dieser ins Aus gehen wird/würde oder nicht. Eine Fähigkeit, geboren aus der Erfahrung. Wobei der Ärztliche Blick, so er wirklich existiert, natürlich weitaus komplexer ist. Von den anwesenden Ärzten beanspruchte ihn niemand für sich, mein Vergleich fand aber große Anerkennung.

Hier liegt der seltene Fall vor, dass ein in der Realität möglicherweise vorkommendes Phänomen nicht literatur- oder fernsehtauglich ist. Ein Arzt, der sofort die richtige Diagnose stellt, wäre einerseits unglaubwürdig und andererseits würden die dramaturgischen Möglichkeiten gegen Null tendieren.

In jenem Seminar fiel häufig der Begriff „Ätiologie“, von dem wahrscheinlich noch zu reden sein wird.
Die Frage, wie heutige Serienärzte beschaffen sind, führt zunächst zum Medium Fernsehen. Hier hat sich seit den Zeiten der idyllischen "Schwarzwaldklinik" (80er Jahre) und Michael Baiers betulicher "Freunde für's Leben" (90er Jahre) einiges getan.

Der Bergdoktor (ZDF/ORF seit 2008)

Die Hauptfigur der Serie ist Dr. Martin Gruber, der nach fünfjähriger Abwesenheit aus den USA in sein Heimatdorf Ellmau (Tirol) zurückkehrt. Gruber hat sich umfangreiches Fachwissen und eine große Berufspraxis erworben. Im Mittelpunkt einer 90-Minuten Folge steht ein komplizierter medizinischer Fall, für den Hausarzt Dr. Gruber für gewöhnlich alles Andere stehen und liegen lässt. Ein medizinisches Rätsel wird mit Ausdauer, Recherche und unermüdlicher intellektueller Neugierde gelöst. Dem Protagonisten stehen die Einrichtungen eines Krankenhauses zur Verfügung, in dem seine bester Freund Dr. Alexander Kahnweiler eine leitende Position inne hat. Manchmal wird auf eine unorthodoxe Behandlungsmethode zurückgegriffen, meist helfen aber konventionelle Behandlungen, sobald die Krankheit erst einmal erkannt wurde. Dr. Gruber greift gelegentlich direkt in die Behandlung seiner Patienten im Krankenhaus ein und führt dort auch die eine oder andere Operation durch. Zuweilen muss er -das moderne Gesundheitssystem lässt grüßen- auf unkonventionelle Weise ein neues Medikament oder die Behandlung durch eine Koryphäe für seine Patienten "erschleichen", zuweilen hart am Rande der Legalität und darüber hinaus.

Nebenbei schildert die Serie im Stile einer Seifenoper das Familienleben der Grubers, zu denen noch die Mutter Lisbeth, Bruder Hans und Tochter Lilly gehören.

Trotz der Seifernopern-Elemente setzt der moderne TV-“Bergdoktor“ im Bereich der Darstellung und dramaturgischen Aufarbeitung ausgefallener Krankheiten und der dazugehörigen Behandlungsmethoden Maßstäbe. Es wird interessant sein, ob der Arztheftroman da mithalten kann, zumal es auf diesem Sektor auch eine Reihe mit dem Titel „Der Bergdoktor“ gibt.
Eine weitere Serie ist "In aller Freundschaft" (ARD/MDR, seit 1998), welche, ebenfalls in einer Mischung aus Arztserie und Seifenoper, Geschichten an einer fiktiven Leipziger Klinik zeigt. In jeder Folge spielen jeweils nur wenige Personen aus dem großen Ensemble mit, die Darsteller wechseln sich also ab. Die Serie hat mit "In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte" im Jahre 2015 ein Spin-off erhalten. Die Qualität der Geschichten ist ähnlich wie beim Bergdoktor. Die Ärzte sind ähnlich allwissend wie ihr Tiroler Kollege vom ZDF. Auffallend ist, dass sie eine Vielzahl verschiedener Operationen an diversen Organen durchführen, was in der Realität von Ärzten nicht zu leisten ist. Eine realistische Darstellung der Spezialisierung wird der Dramaturgie geopfert.

Dienstag, 17. März 2015

Der Kommissar: Rudek (Erstsendung 12.1.1973)

Im Anschluss an eine Konferenz nimmt der Geschäftsmann Doberg (Siegfried Lowitz) seinen Geschäftsfreund Rudek (Ernst Schröder) in ein Bordell mit, das Spaß mit blutjungen Mädchen verspricht. Für Rudek wird dieser Ausflug zu einem Homo Faber Erlebnis, steht er doch plötzlich zu seinem Entsetzen und grenzenlosem Zorn seiner Tochter Ursula (Ilona Grübel) gegenüber, die gemeinsam mit der Nachbarstochter Heidi (Hildegard Krekel) offensichtlich seit geraumer Zeit professionell anschaffen geht. Am nächsten Morgen liegt der Zuhälter Manuel Derrick (Sky Dumont) erschlagen im Flur seiner Wohnung, in der er das Bordell betrieb.
Für Kommissar Keller und seine Mitarbeiter kommt es nun darauf an, die Ereignisse des vorangegangenen Abends zu rekonstruieren, ein aufgefundener Zettel weist den Weg zu Doberg und damit auch zu Rudek und dessen Tochter.
Alte Herren, die mit jungen Damen anbändeln (wollen) sind ein außerordentlich beliebtes Motiv bei Reinecker. Zwar bezahlen die alten Herren ihre Lüsternheit nicht mit dem Leben, sie werden aber mit peinlichen Fragen und einem Mordverdacht konfrontiert. Die Auflösung kommt, das macht einen guten Krimi aus, für den aufmerksamen Zuschauer nicht wirklich überraschend.
Neben den routinierten Krimistars Lowitz, Schröder und Klaus Schwarzkopf wirkt in einer Nebenrolle die "Orion"-Admiralin und Dürrenmatt-Ehefrau Charlotte Kerr mit.
Eine besondere, wenngleich natürlich völlig unbeabsichtigte humorvolle Note erhält diese Folge dadurch, dass Reinecker hier erstmals den Namen Derrick verwendet, den später sein berühmtester und langlebigster Krimiheld und dessen Serie erhielten. "Jemand hat den Zuhälter Derrick erschlagen", und das auch noch aus dem Munde des späteren "Alten" Siegfried Lowitz, das hat etwas. Sky Dumont, späterer Dauergast bei "Derrick", überzeugt hier in seiner Rolle als schmieriger und zutiefst unmoralischer, wenngleich nicht uncharmanter Zuhälter.

Sonntag, 15. März 2015

Der Kommissar: Traum eines Wahnsinnigen (Erstsendung: 28.1.1972)

In der Männerabteilung einer Nervenklinik kommt es zu zwei Morden: Der Insasse Kabisch bringt zunächst einen Wärter und dann Professor Tesslin um, den Leiter der Anstalt. Diese Taten ermöglichen Kabisch die Flucht. Kommissar Keller und sein Mitarbeiterstab haben ein Problem: Kabisch, der wegen eines Mordversuchs an seiner Adoptivtochter eingeliefert worden war, ist ein renommierter Verwandlungkünstler, der sich in Sekundenschnelle mit wenigen Hilfsmitteln nahezu unerkennbar verkleiden kann. Dr. Hochstätter, Kabischs Arzt, der nächtelange Gespräche mit Kabisch geführt hat und diesen genau kennt, hilft der Polizei bei der Suche. Doch Hochstätter benimmt sich zunehmend seltsam. Man nimmt an, dass Kabisch nun den Mord an seiner Adoptivtochter, die gerade mit dem Zirkus Krone in München gastiert, vollenden will.
"Traum eines Wahnsinnigen" ist eine der ungewöhnlichsten und daher reizvollsten Folgen der Serie. Die Folge dreht sich zwar um eine Mörder-Suche, aber nicht im klassischen Stil eines Whodunit, da die Identität des Mörders -Kabisch- ja von Anfang an bekannt ist. Ihre Spannung bezieht die Geschichte aus der Frage, hinter welchen Masken sich Kabisch verbirgt. Es sind einige verschiedene Personen, die er im Laufe der Handlung verkörpert. Der namhafte Schauspieler, der Kabisch spielt, vollbringt hier eine Spitzenleistung. Da man Kabisch naturgemäß unter diesen Umständen nicht als er selbst reden lassen kann, wird die Figur des Dr. Hochstätter verwendet, um dem Zuschauer Kabischs Gedankengänge zu verdeutlichen. Reinecker hatte hier als Autor leichte Arbeit: da Kabisch nun einmal wahnsinnig und gleichzeitig hochintelligent ist, müssen seine Gedanken zwar einer gewissen inneren Logik folgen, aber nicht wirklich sinnvoll sein. Curd Jürgens spielt den undurchsichtigen Nervenarzt mit der ihm eigenen Intensität. Im James Bond Film "The spy who loved me" hatte er 1977 Gelegenheit, die Darstellung menschenverachtenden Wahnsinns auf die Spitze zu treiben.

Bild: Meta KI (eingefügt 13.10.2026)

Montag, 9. März 2015

Die Wells-Klausuren (Januar 2015)

Klausur                                          January 19th, 2015

  1. Please translate the following sentences:

a) Susan ist freundlich zu allen Nachbarn und hat mit ein paar Leuten bereits Freundschaft geschlossen.
b) Viele Politiker hatten freiheitliche Ansichten.
c) Mr Smith wäscht gerade das Auto. Das letzte Mal tat er das vor einem halben Jahr.
d) Mr Ackles hat London zwei Mal besucht. Das letzte Mal war er vor zwei Jahren dort.
e) Mrs Morland las die Zeitung als ihr Mann den Raum betrat.

  1. Read the extract from H.G. Wells' novel „The Time Machine“ and sum up the time traveller's thoughts about time.
    [The first few pages of the novel]
  2. Choose one US President and write a few lines about him.
  3. If „your“ President had the opportunity to travel back through time and make a major change in his political career, which change would he probably make?


  1. Bonus
Nennen Sie die englischen Entsprechungen folgender Verben:
préférer, attaquer, quitter, assembler, réunir, sembler, réduire


Linierte oder karierte Blätter mit einem Drittel Rand.

Good Luck!

 
Klausur                                               January 22nd, 2015

1. Please translate the following sentences:

a) Die Schüler redeten als der Lehrer den Raum betrat.
b) Die Position des CEO unserer Firma ist im Augenblick frei.
c) Der Richter schickte Toughguy ins Gefängnis. Neben dem Gefängnis befindet sich eine Kirche.
d) Dr Jones hat die Wand gestrichen. Sei vorsichtig, die Farbe ist noch feucht.
e) Trisha hat sich mit allen Nachbarn angefreundet.

2. Read the extract from H.G. Wells' novel „The Time Machine“ and write a short summary of the text.
[The protagonist's arrival in the distant future]
3. The protagonist arrives in the year 802.701. Why does Wells choose a time that far from his own to set his story?

4. If you chose to write a short story about time travelling on your own, which time would your protagonist travel to and why?

5. Bonus

a)Please underline the correct answer:
Which album is not a Beatles album? Magical Mystery Tour, Rubber Soul, The Dark Side of the Moon, Abbey Road?
b)Translate the sentences:
Peter and Mary had their wedding planned.
Is there trouble? No, Aunt Mathilda has just cried wolf again.

Linierte oder karierte Blätter mit einem Drittel Rand.

Good Luck!

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Dienst nach Vorschrift zum „kleinen“ Jubiläum: John Sinclair 1900

Die Geschichte ist sattsam bekannt: Im Jahr 1973 schrieb der Autor Helmut Rellergerd alias Jason Dark den ersten Gespenster-Krimi und John Sinclair Roman „Die Nacht des Hexers“. Es folgten 49 weitere Bände des Gespenster-Krimi mit dem Protagonisten John Sinclair aus der Schreibmaschine Darks, ehe John Sinclair Anno 1978 mit „Im Nachtclub der Vampire“ seine eigene Serie erhielt. Zu Beginn noch gelegentlich von weiteren Autoren unterstützt, die insgesamt 55 Romane verfassten, schrieb Jason Dark die Serie über einen sehr langen Zeitraum allein. Seit Band 1851 erscheinen wieder John Sinclair Romane anderer Autoren. Im Dezember 2014 erreicht die Serie den Band 1900, und es wird wohl allgemein kaum bezweifelt, dass sie in zwei Jahren als vierter Dauerbrenner des Bereichs Männerroman nach Jerry Cotton, Perry Rhodan und Lassiter den 2000. Band erreichen wird. Derzeit befindet sich die Serie aufgrund der massiven Beteiligung neuer Autoren im Umbruch.
Mein erster Sinclair, „Die Menschenfalle“, wurde mir Anno 1981 leihweise in die Hand gedrückt, seither habe ich immer mal wieder hineingelesen, intensiv und regelmäßig aber nur zu Beginn der Neunziger Jahre bei den 600er und 700er Bänden. Die seit dem Jahr 2000 erschienenen Hörspielserien habe ich regelmäßig verfolgt.
Nun also liegt Band 1900 vor, verfasst von Jason Dark. Nutzt der Altmeister die Gelegenheit, zum Jubiläum einen Paukenschlag zu setzen? Der Titel „Fegefeuer“ ist zumindest vielversprechend. Oder macht er Dienst nach Vorschrift? Letzteres trifft zu.

John Sinclair wird von Sir James gebeten, bei dessen Clubfreund Walter Wetford nach dem Rechten zu sehen. Wetfords Frau Alma hat sich an Sir James gewandt, da sie Zeuge wurde, wie ihr Mann in einem offenkundig magischen Feuer brannte. Bei seinen Nachforschungen wird John Sinclair zu einem Duell mit einem gewissen Lazarus Cole gezwungen.

Jemand hat mir mal über das Fach Philosophie gesagt, Philosophie erfordere die Fähigkeit zum Staunen. Ich habe oft genug erlebt, dass diese Art Staunen nicht nur zu Erkenntnisgewinn führt, sondern auch großen Spaß machen kann.
Die Beschäftigung mit Phantastischer Literatur lädt natürlich auch zum Staunen ein. Zu einem Staunen, das von vornherein als lustvoll angelegt ist. Autor, erzähle mir etwas Ungewöhnliches, bringe mich zum Staunen.
Im landläufigen Sinne ungewöhnlich wird es erwartungsgemäß am Anfang von Sinclair 1900: Ein Mann liegt in seinem Bett und steht in Flammen, aber er verbrennt nicht. Seine Ehefrau ist Zeugin. Müsste man dergleichen in einer Fernsehserie inszenieren, wäre die Vorgehensweise klar: Eine schöne Effektaufnahme, ein gellender Schrei, Zoom auf das entsetzte Gesicht der Ehefrau, Abblende, Vorspann. (Bei allem Respekt vor Kai Maertens: Bitte jetzt nicht an den Vorspann der TV Serie „John Sinclair“ denken. Lieber an den von „True Blood“) Literatur hat andere Mittel. Beschreibungen und Dialoge. Die Beschreibung ist recht überzeugend. Wenngleich ein paar mal zu oft betont wird, wie ungewöhnlich das doch alles ist. Der auktoriale Erzähler dürfte das nicht, zumal nicht gegenüber Lesern, die schon etliche dieser Geschichten konsumiert haben. Der personale Erzähler darf das nicht nur, er muss das sogar (wenn auch nicht so oft wie hier), er schildert das Geschehen aus Sicht der Protagonistin, also der Ehefrau. Aber der Dialog?

"Walter..."
"Was ist?"
"Das frage ich dich. Was ist mit dir geschehen? Ich habe dich hier in deinem Bett gefunden, aber da hast du gebrannt und bist nicht verbrannt."
"Das weiß ich."
"Und warum ist das passiert? Warum hat dich das Feuer nicht verbrannt und von dir nur noch Asche übrig gelassen?"

Die Stimmung der Frau wird vorher gut angedeutet denn es heißt im Text"Sie musste sich räuspern und einige Male Luft holen, dann konnte sie reden." Leider reflektiert der Dialog diese Stimmung in keiner Weise. Den Ehepartner brennend vorzufinden dürfte zu einer geradezu existentiellen Urangst und zu einer völligen Erschütterung des vorhandenen Weltbilds führen. Aber wie wird hier darüber gesprochen? So wie über das Wetter oder das aktuelle Kinoprogramm. Mit derart hölzernen Dialogen wird leider viel Potential der Geschichte verschenkt.
Die Stilblüten, für die Jason Darks John Sinclair Romane bekannt sind, gibt es nach wie vor. Hier ein markantes Beispiel:

"Das tiefe Stöhnen. Nicht fortlaufend, sondern mit Unterbrechungen. Es kam ihr vor, als müsste Walter zwischendurch mal Luft holen, um weiter zu machen."

Da Stöhngeräusche gewöhnlich durch Ausatmen entstehen, ist das gelegentliche Einatmen zwischendurch doch nur natürlich und keineswegs seltsam. Diese Sätze sind völlig nichtssagend.
Das nicht wirklich ortsfremde Geräusch im Bett ihres Gemahls, welches die Ehefrau anlockt (die Eheleute haben getrennte Schlafzimmer) hat einen gewissen Subtext. Was treibt der Gemahl da wohl (und mit wem)? Der Autor schenkt dem Vorgang jedenfalls soviel dichterische Aufmerksamkeit, dass er ihm sogar eine eigenwillige Metapher widmet:

„Das Stöhnen war noch da. Sie empfand es als eine schlimme Musik, und sie hörte sich selbst schwer durch die Nase atmen.“

Ein jedenfalls potentiell pathologisches Geräusch als schlimme Musik, das hat etwas.
Auch manch andere Alltäglichkeit erhält eine gewisse literarische Erhöhung:

„Ich ging auf die Tür zu und machte kurzen Prozess, indem ich die Klinke nach unten drückte.“

Das regelmäßig wiederholte Bad im keinerlei Kombustionen hinterlassenden Fegefeuer hat auf Mr Wetford eine überraschende Wirkung: Es macht ihn unverwundbar. Leider scheut sich der Autor, diesen Umstand beim Namen zu nennen, stattdessen flüchtet er sich in blumige Umschreibungen.

„Sir James sprach davon, dass sich der Körper ihres Mannes verändert hat. Er ist stabiler geworden.“

oder auch:

„Die Veränderung ihres Körpers. Man kann durchaus von einer besonderen Härte sprechen.“

Es gibt noch andere Merkwürdigkeiten. Als Sinclair gegenüber Alex Wetford, dem Sohn Walters, bestätigt, dass Wetford Senior ihn niedergeschlagen hat, entspannt sich folgender Dialog:

„Jetzt kennen sie meine Eltern. Dazu gehört auch mein Vater. Ist er es gewesen, der sie niedergeschlagen hat?“
„Ja, so ist es gewesen.“
„He, das hätte ich dem Alten gar nicht zugetraut. Er ist schon ein harter Knochen. [...]“

Einmal abgesehen von dem ungemein scharfsinnigen Satz „Dazu gehört auch mein Vater.“: Welcher halbwegs vernünftige Mensch und mittelständische Unternehmer reagiert so auf die Nachricht, dass der eigene Vater gegenüber einem Polizeibeamten gewalttätig geworden ist?

Ein anderer Punkt ist das merkwürdige Verhalten von Sir James. Im Dialog zwischen John Sinclair und Walter Wetford offenbart dieser, warum der den Namen John Sinclair kennt:

„Egal, aber wenn Sir James redet, dann sind es spannende Geschichten und dann fällt auch hin und wieder der eine oder andere Name. Jetzt weiß ich auch, woher ich den Namen John Sinclair kenne. Sir James hat ihn schon einige Male erwähnt.“

Kann ein hochrangiger Yard-Beamter wirklich in seinem Club über spannende Fälle plaudern? Insbesondere hinsichtlich des Themas John Sinclair, dessen ungewöhnliche Fälle eher jenseits der öffentlichen Wahrnehmung liegen (sollten), erscheint das wenig plausibel.

Der Sieg über den Bösewicht Lazarus Cole gestaltet sich denkbar unspektakulär.

Zeitweise die Erzählstruktur alter James Bond Filme imitierend (Geplauder mit der Sekretärin, Einsatzbesprechung beim Chef, sogar die Vorstellung mit „Sinclair. John Sinclair.“) gelingt dem Autor ein leidlich unterhaltsamer durchschnittlicher Sinclair Roman mit den bekannten stilistischen Schwächen. Von einem würdigen Jubiläumsband ist das Werk jedoch weit entfernt, zumal selbst das spektakuläre Thema zu guter Letzt noch unnötigerweise relativiert wird.

Zum Abschluss noch eine markante Stilblüte:

"Ich nickte nur. Bei Küchen kannte ich mich aus. Ich hatte dort schon Vorfälle erlebt, die positiv waren, aber auch ins Negative rutschten. So hatte es in Küchen schon brutale Vorfälle gegeben, bis hin zu brutalen Morden."

Was soll man dazu sagen? Das ist nicht falsch, das ist nicht schlecht, das ist nicht blöd, das ist nicht satirisch (gemeint), das ist einfach... Sinclair.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Der Kommissar: Schwierigkeiten eines Außenseiters (Folge 78)

(Erstsendung: 30.08.1974)
Der überragende Gaststar dieser Folge ist Raimund Harmstorf . Harmstorf wurde durch die TV-Vierteiler "Der Seewolf" (Regie: u.a. Wolfgang Staudte, 1971) und "Michael Strogoff" (1976) bekannt. Auch in italienischen Produktionen war er zu sehen. Bei seinem Auftritt in "Der Kommissar" bleibt er seinem Image als Rauhbein treu.
Der Kleinhändler Domrose wurde erschlagen. Als er des Nachts wegen verdächtiger Geräusche von seiner Frau geweckt wurde, eilte er hinab in seinen Laden, um mit seiner für diesen Zweck bereitgelegten Pistole den vermuteten Einbrecher zu stellen. Nach einem kurzen Kampf findet die ebenfalls herbeigeeilte Ehefrau die Leiche ihres Mannes, die Pistole war nicht geladen, wie sich schnell herausstellt.
Da der Täter durch die Hoftür des Mietshauses entkommen konnte, ohne diese aufzubrechen, ist anzunehmen, dass es sich um jemanden aus dem Haus handelt. In dem Mietshaus leben insgesamt neun Parteien. Alle sind nicht gut zu sprechen auf Theo Klinger (Harmsdorf), der mit seinem lauten Motorrad für nächtliche Unruhe sorgt und sich seinen Mitmenschen gegenüber sehr rüde gebärdet. Echte Gewaltakte gegenüber Hausbewohnern sind nicht bekannt, lediglich mit dem Mordopfer Domrose gab es mal eine Prügelei, bei der die Anwohner den (eigentlich nicht sonderlich sympathischen) Ladenbesitzer anfeuerten.
Für Kommissar Keller ist Theo Klinger, der sich einerseits wie ein Rüpel gibt, andererseits aber mit rührender Aufopferung für seinen sehbehinderten und alkoholkranken Vater (Curt Bois) da ist, die Schlüsselfigur. Theo weiß mehr, als er zugibt, und es gelingt Keller schließlich, ihn zum Reden zu bringen und mit einem Trick den Mörder zu überführen.
Die Dialoge zwischen Keller und Theo Klinger sind bemerkenswert. Hier stehen sich zwei hervorragende Darsteller gegenüber, die beide ihre Rollenprofile, hier intellektuelles Kalkül und Unerschütterlichkeit, da enorme körperliche Präsenz und Rauhbeinigkeit genussvoll ausspielen.
Kellers Trick, der am Ende zur Überführung des Mörders führt, wirkt schon wie ein Vorgriff auf die Krimiserie "Der Alte" (Nachfolgeserie von "Der Kommissar", ab und seit 1977). In einer kleinen Rolle gibt Dirk Dautzenberg als Herr Heißmeier einmal mehr gekonnt den unsympathischen Kleinbürger.